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Was zeichnet einen erfolgreichen Sportler aus? Oder was gilt überhaupt als Erfolg? Und bei welchen Erfolgen darf dementsprechend gratuliert werden?
Dies könnten mögliche Fragen sein, die wir an Teilnehmer einer Deutschen Meisterschaft Halle-2009 in in Nordhausen stellen könnten. Wobei, Teilnehmer, Vereine oder gleich lieber an die Landesverbände?
Immerhin wurde das Teilnehmerfeld dieser Deutschen Meisterschaft durch den einge-schränkten Platz um ca. 12 Prozent dezimiert, in Zahlen ausgedrückt sind das insgesamt 75 DM-Starter weniger. Gut die Hälfte der davon gestrichenen Plätze gingen auf Kosten der Jugend- und Junioren. Entsprechend hieß es auch für unseren Verein den Gürtel enger zu schnallen und mit deutlich weniger Startern als üblich zu DM zu fahren.
Gewiss, man fährt zu einer Deutschen Meisterschaft auch immer mit gewissen Erwartungshaltungen, und der eine oder andere Blick schielt auch vorab schon mal auf die Podiumsplätze. Doch nun galt es erstmal, entsprechend unserem dezimierten Starterfeld auch die Erwartungshaltung auf realistischere Ziele zu drosseln.
Ja, Freitag der 13., Beginn der Deutschen Meisterschaften, statt Aberglauben glaubten wir ersteinmal an unsere Athleten, Schützen die bestens vorbereitet auf diese Titelwettkämpfe antraten. Ein bisschen Glück darf dann gern auch dabei sein, eben durch den 13ten. Und genau diese 13 stellt gewissermaßen ein BB-Übermaß für eine beinahe kaum zu erreichende Ausbeute von Medaillen dar, wäre also der Erfolg für den Verein schlechthin.
...so manches Mal versteckt sich ein angepeilter, womöglich aber nicht erreichbarer Erfolg in einem riesigen Loch, eines, was gar nicht auf Anhieb auffällt. Vielleicht solch ein fieses kleines Loch das Sportler regelrecht aufzusaugen scheint. Denn wie ließe sich sonst erklären, dass auch wir an so manchen Jahrgängen ein wenig unterbesetzt sind? Also doch ein Loch! Eines, das nicht rechtzeitig aufgefüllt werden konnte. Genau hier, beim von unten nachrutschenden Jugendbereich – genau dort drängelt sich doch tatsächlich eben dieses Unglücks-Loch hinein. Drängelt sich vor und gibt dem Teilnehmerfeld unserer BB-Kurse nicht den Hauch einer Chance für eine solide Ausbildung. Eine Ausbildung, welche die Grundlage für spätere Erfolge darstellt. Möglicherweise hatte das Loch sich auch eines unserer grünen BB-T-Shirts übergestreift, so dass es gar nicht auffallen konnte! Nun ja. Mit der Zeit wächst und gedeiht unser Loch. Es nimmt fleißig und regelmäßig am Training teil, ist beinahe immer präsent. Damals zur Kurszeit war es noch klein, jung und wie gesagt kaum zu sehen. Heute, viele Jahre später ist es zu einem stattlichen Loch herangewachsen, startet nun nicht mehr im Schüler- sondern bereits im Jugendbereich und stellt eine ernstzunehmende Konkurrenz dar, wie die diesjährige Deutsche Meisterschaft zeigt. Und so ist unser BB-Loch doch tatsächlich ebenfalls mit zur Deutschen Meisterschaft gefahren, hat dort erfolgreich teilgenommen und ist ganz in seinem Sinne in seiner Jugend-Klasse mit leeren Händen nach Hause gefahren. Anders hingegen einige unserer erfolgreichen Sportler wie wir gleich berichten möchten...
Da wäre einmal unsere Antonia Knaak, die sich von dem dicken Loch gar nicht erst beeindrucken ließ, selbstbewusst als einzige BB-Jugendteilnehmerin hatte sie es glatt übersehen. Wir wollten sie auch gar nicht erst daran erinnern. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie auf für eine Deutsche Meisterschaft ungewöhnlich engsten Platzverhältnissen gleich auf Scheibe 1 GAAAANZ aussen stand. Unser dickes Loch hatte da schon mehr Probleme und wusste während der Titelwettkämpfe so überhaupt nicht zu überzeugen. Toni trat also tapfer an, bzw. das Loch mutig weg und schoss trotz, oder sagen wir erst recht dieser Umstände wegen überragend gut, ist tatsächlich über sich hinausgewachsen und schießt zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft Bestleistung! Mit ihrem Ergebnis kam sie auf einen sehr guten vierten Platz. Ein Einzelerfolg im Sinne des Ergebnisses einer Bestleistung über den wir gleich am ersten Meisterschaftstag stolz sein konnten.
Eine ähnlich hoch einzuschätzende Leistung von Christopher Lenger, auch er schoss auf Bestleistungsniveau. Doch in den Junioren-Klassen hatten wir deutlich mehr Schützen am Start, entsprechend waren die Erfolgschancen größer. Dass Elena Richter gut schießen kann, wissen wir bereits, immerhin ist sie zwei Wochen zuvor im Team Vizeweltmeister-2009 geworden. Dass sie aber nach ihrem WM-Saisonhöhepunkt zu den nationalen Titelwettkämpfen gerade mal drei Ringe unter Full House und somit 297 Ringe schießen wird ahnte von uns wohl niemand. Zur diesjährigen Deutschten Hallen-Meisterschaft 2009 konnte kein Starter des gesamten Teilnehmerfeldes aller Klassen mehr bieten! Ebenso herausragend dann die 588 Ringe im Gesamten und der damit verbundene Deutsche Meistertitel. Auch hier wiederum, kein Starter hatte zu dieser Hallen-DM mehr Ringe auf seinem Konto. Selbst der oft beim Training neben ihr schießende Hallenweltmeister von 2007 Sebastian Rohrberg hatte diesmal einen Zähler weniger auf seiner Wertungskarte zu stehen.
Ick würde da glatt mal vorschlagen, der Basti sollte eine Packung Kekse ausgeben, mindestens!
Doch wir sind mit unserem Resumé in der Juniorenklasse noch nicht ganz durch. Da sind ja auch noch zwei Mannschafts-Medaillen. Den Titel hat uns Welzheim allerdings weggeschnappt, knapp zwar, aber doch ein Vorsprung von 6 Ringen. Unsere Gratulation geht also nach Welzheim. Zur Freiluftsaison wird es in dieser Klasse sicherlich wieder spannend. In der Damenklasse unsere in der Vorrunde überragend schießende Karina Winter. Doch Silke Windmüller von BSC Wendisch-Evern ist im 1/8-Finale halt besser als die frisch gebackene Hallen-Weltmeisterin, und das möchten auch wir anerkennen. Gut durch die Finals hingegen durchgekommen sind Lisa Unruh und Susanne Poßner, die schließlich in einem vereinsinternen Duell den Meistertitel direkt im Finale unter sich ausschießen. Beide hochklassige Ergebnisse, bei denen sich Susanne mit 118 Ringen gegen Lisas 116er durchsetzt und Deutsche Meisterin wird. Nun hat Susanne Poßner zu ihrem Titel als Vize-Mannschaftsweltmeister auch noch den Deutschen Meistertitel Halle 2009, Klasse! Für Lisa Unruh ist Silber ebenso ein erfolgreicher Abschluss dieser Saison.
Wir schwenken nun zur Schülerklasse um. Denn auch denen ist ebenso wie unseren Damen ein Doppelerfolg in der Schülerklasse gelungen. Niklas Förster und Josefine König werden mit ähnlichen Ergebnissen von 571 und 574 Ringen jeweils Deutscher Meister. Bei den Schülern gab es diesmal noch das i-Tüpfelchen, dass tatsächlich die Anzahl der 10er über Gold oder Silber entschied. Denn auch Hendric Schüttenberg von BS Delmenhorst konnte ringgleich mit Niklas 571 Ringe vorweisen, hatte jedoch drei 10er weniger. Und es war ein langer Kampf der verschiedensten Verfolger, ein Ringen um jeden der letzten Pfeile. Noch 6 Pfeile vor Ende lagen Niklas und Lukas Maier (Stadtschützen Pfreimd) mit jeweils 514 Ringen gleichauf. Dann die Aufholjagd des zu dem Zeitpunkt zurückliegenden Hendric Schüttenberg auf den obig beschrieben Gleichstand des letzten Pfeils. Wie sagt man, nicht um Haares- sondern um Klickerbreite hat sich Niklas durch mehr 10er durchsetzen können. Ganz großes Kino! Unsere Gratulation zum Gold und für soviel Nervenstärke. Zurückblickend auf die vergangene Freiluftsaison 2008 möchten wir auch Josefines aktuelle Leistung hier einmal hervorheben. Denn sie überzeugt mit Beständigkeit und Erfolgen über einen langen Zeitraum, Klasse! Laura Krautz darf sich über ihre Bronze-Medaille freuen. Sie hatte sich im Bezug auf die vergangene Saison deutlich steigern können und ihre Leistungsniveau nun zu den Titelwettkämpfen der Halle sprichwörtlich auf den Punkt, besser noch, ihre Pfeile entsprechend ins Gold gebracht. Einen wunderbaren Ausklang der Schüler-Wettkmämpfe boten dann auch noch Gold und Silber für unsere beiden Bergmann-Borsig Mannschaften dieser Startklasse.
Es gibt da natürlich noch mehr, die zur diesjährigen Hallenmeisterschaft Erfolge feiern konnten, sei es in Form von Medaillen oder sei es durch eigene hohe Ergebnisse. Zum Beispiel Jakob Weiß, auch er schoss entsprechend seinem Leistungsstand absolut gute Leistungen, ein Erfolg den wir zum Abschluss unseres BB-Berichtes nicht unerwähnt lassen möchten.
Nun haben sich die Sportler unseres Vereins, der Abteilung Bogenschießen R/C ihre zweiwöchige Ruhepause auch verdient, bevor die Vorbereitungen auf die Freiluftsaison nach und nach anlaufen. Der 9 Mai wird durch die Vereinsmeisterschaft die Freiluftwettkämpfe 2009 einläuten. Für uns als Verein war es trotz deutlich weniger Teilnehmer und dem mitgereisten dickem Loch dann doch noch eine erfolgreiche Deutsche Meisterschaft. Denn auf die 12 Medaillen zur Hallen-DM 2009, diese sogar nah an der magischen 13, können unsere Schützen, somit unsere gesamte Abteilung wirklich stolz sein.
Doch wir wollen auch einen bundesweiten Blick schweifen lassen. Sofort stechen dabei die beiden 566er Ergebnisse der Jugend-Goldgewinner Bärbel Bös von der SGi Welzheim und Jan-Frederik Siebert von TSV Schlangenbad heraus. Bärbel Bös stellte dabei sogar einen neuen deutschen Rekord auf. Glückwunsch nicht nur allen deutschen Medaillengewinnern, hier speziell auch zum neuen Höchstmaß der Jugendklasse-w. Ebenso herausragend das Ergebnis Junioren-B von Simon Nesemann (GS Boxdorf) von 576 Ringen und somit Gold. Zum Vergleich, im Herrenbereich wäre er damit immerhin 4. der Vorrunde geworden. Auch der Hallen-WM-Teilnehmer Rafael Poppenborg (Sherwood BSC Herne) aus der Junioren-A hätte mit seinem Ergebnis von 578 Ringen die Vorrunde der Schützenklasse ebenso als 4 beenden können.
Dann noch der Blick in die Compoundklassen: In der Altersklasse wird dort Hermann Rübbelke von Sherwood BSC Herne einmal mehr Deutscher Meister, eine Sammlung an Medaillen hat er bereits zu Hause, vor allem derer in Gold. Eine absolut starke Leistung bei den Junioren-Compoundern von Christian Raupach (SSG Wisent), denn selbst von der Schützenklasse-Compound hatte niemand mehr als seine 579 Ringe zu bieten. Lediglich Kai Knechtel (SV Querum) konnte mit solch einem Ergebnis in der Vorrunde der Schützenklasse Compound auftrumpfen, belegte am Ende der Finals den 2. Platz. Gold gewann hier Carsten Kunert von SV Freden. Das bereits seit vielen Jahren starke Berliner Compound-Team vom 1.BBS, in der akt. Besetzung mit Rainer Voss, Lars Klingner und Dirk Krauße, wurde lediglich vom Team der Rot-Weiss Hamm geschlagen. Und ebenso wie zur Freiluft-DM 2008 kam auch zur diesjährigen Hallen-DM die Mannschaft von Sherwood auf den dritten Platz. Für die nächsten Deutschen Meisterschaften würden wir uns da ruhig mal wieder ein wenig Bewegung in den Platzierungen wünschen.
Von den Herren-Recurve hatten wir bisher nur von zu spendierenden Keksen erzählt, wollen jedoch die Platzierungen nachholen: Absolut überragend durch die Eliminations gekämpft hatte sich hier Florian Floto (SV Querum), seine Ergebnisse auf diesem Weg beeindrucken: 118, 117, 118 und schließlich 116 Ringe im Finale gegen Sebastian Rohrberg. Dieser hatte dieses Mal lediglich 114 Ringe zu bieten, wir gratulieren Sebastian zum Silber...
...ach ja, und zur auszugebenden Kekspackung 
Bericht: Holger Hüning (c)
Fotos und Bildbearbeitung: Wolfgang Schwarz (c)
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