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Das Abschussverhalten einer Sehne

Stellen wir uns den Moment des Abschusses mal bildlich vor:

...gleich kommt das Lösen Im Moment des Lösens rollt bzw. gleitet die Sehne um die Fingerspitzen herum. Die Sehne erhält so eine Seitenbewegung. Anatomisch bedingt durch die verschiedenen Fingerlängen und winzige Ungleichmäßigkeiten beim Halten und Abschuss bekommt die Sehne jedoch auch eine vertikale Bewegung mit auf ihren Weg.

Genauer gesagt: der Nockpunkt bewegt sich auf einer horizontalen und vertikalen schlingernden Bahn Richtung Bogen, die Sehne besitzt insgesamt also einen Sehnenschwung.

Je gleichmäßiger der Schütze nun schießt, desto geringer ist auch dieser Sehnenschwung, nähert sich entsprechend einer Idealbewegung an. Auch sind die Abweichungen dieser schlingernden Bewegungen von Schuss zu Schuss bei guten Schützen minimal. In diesem Fall könnte der Schütze die Vorteile einer dünnen Sehne voll ausschöpfen. Sie ist dann schnell, ihre Schuss-Fehleranfälligkeit kommt bei ihm kaum zum tragen.

Aber für die meisten anderen Schützen ist genau diese Fehler-Schussanfälligkeit der Nachteil einer dünnen Sehne. Durch ihre geringere Masse neigt sie mehr dazu, dass sich Abschussfehler auf den Sehnenschwung deutlicher auswirken, sich vielleicht sogar noch verstärken. Der Nachteil einer höheren Fehleranfälligkeit überwiegt deutlich gegenüber dem Vorteil einer höheren Geschwindigkeit.

Bei einer dicken Sehne ist das nun genau anders rum: Sie ist zwar langsamer und vor allem träger, jedoch nimmt sie gerade deshalb die Abschussfehler auch nicht so gut auf. Ihr Sehnenschwung lässt sich weniger davon beeinflussen. Daher setzen in der Hallensaison auch viele Schützen eher eine dicke Sehne ein. Nutzen also bewußt die Trägheit der Sehne für ein unempfindlicheres Verhalten aus.

Den Unterschied zwischen dicker und dünner Sehne hätten wir also geklärt. Bliebe noch die Frage, wie man dick und dünn bei verschiedenen Zuggewichten zu interpretieren hat.

Die vom Zuggewicht abhängige Sehnenstärke

Bogenschütze In unten stehender Tabelle sind dazu mal Anhaltswerte von FastFlight-Sehnen eingetragen.

Am Beispiel einer 16-Strang FastFlight Sehne ist zu erkennen, dass diese sich über ein recht langes Spektrum von Zuggewichten erstreckt. Sie kann also im Bereich der Bogenzugstärken von ca. 24 bis 40lbs. bedenkenlos eingesetzt werden. Jedoch ist an diesem Beispiel auch zu erkennen, dass diese Sehne bei einem Zuggewicht von 24 bis 30lbs. die Eigenschaften einer dicken Sehne besitzt (Di). Im Bereich von 34 bis 40lbs hingegen kommen zunehmend eher die Eigenschaften einer dünnen Sehne zum tragen (Dü).

Ein zweites Beispiel: Eine 18-Strang FastFlight verhält sich im Bereich 40lbs. wie eine dicke Sehne, jedoch im Bereich 50lbs eher wie eine dünne Sehne.

So ist es also wichtig, den Begriff dicke und dünne Sehne auf das entsprechende tatsächlich auch gezogene Zuggewicht zu relativieren.


Tabelle: Sehnenstärke

(C) www.Bogenwiese.de
Tipps & Tricks für Bogenschützen
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Grafik:
Holger Hüning (c)
Wolfgang Schwarz (c)
Holger Hüning (c)

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