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Lärmschutz beim Bogenschießen

Pünktlich zur Freiluftsaison werden auch dieses Jahr in Deutschland wieder neue Bestimmungen Einzug halten, von denen dieses Mal vor allem wir Bogenschützen betroffen sind. Mit der kompletten Neuüberarbeitung des Lärmschutzgesetzes verabschiedete der Bundestag Ende dieser Woche die längst überfälligen Ruhezeiten für Sportplätze. Nun wird es an den Kommunen liegen, diese durch die Ordnungsämter tatsächlich auch umzusetzen. Doch den Kommunen sollten die Neureglungen zum Füllen ihrer meist leeren Haushaltskassen sogar entgegenkommen, schließlich lassen sich bei Verstößen bis zu 5.000€ pro ertapptem Sportverein einfahren. Rechnet man am Beispiel von Berlin mit seinen 1.000 Sportvereinen und pro Verein durchschnittlich 5 Verstöße pro Jahr, so könnte das Land auf diese Weise pro Jahr 25 Millionen Euro erwirtschaften. Dies wäre für die Bundeshauptstadt sogar deutlich lukrativer, als die recht aufwändigen Kontrollen der Parkraumbewirtschaftung.

Vorausgegangen waren den neuen Reglungen ein sich über Jahre hinziehender Rechtsstreit zwischen der Interessengemeinde der Kleingartenvereine 'Glückskäfer' und 'Bienchen', etlichen Haus- und Grundstücksbewohnern, der Investorengruppe 'Schöner Wohnen', und als Gegenpartei dem Landessportbund Berlin. Im juristischen Kleingeplänkel hatte sich schließlich die Interessengemeinde durchgesetzt, die vor allem auf ausgedehnte Ruhezeiten pochte. Das Urteil durch das Landgericht Berlin dürfte als Präzedenzfall auch bundesweit zur flächendeckenden Anwendung kommen.

Nun sind Bogenplätze nun mal als Sportplätze eingestuft. Mit Beginn der Sommersaison gilt auf Bogenplätzen folgende Reglung:

- Der Schießbetrieb ist montags bis samstags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18:30 Uhr gestattet. In den Zeiten von 13 bis 15 Uhr ist im Sinne der Mittagsruhe kein Schießen erlaubt. Gespräche sind in dieser Zeit auf ein Minimum zu reduzieren. Für den feierabendlichen Ruhegenuss ist an diesen Tagen nach 18:30 Uhr kein Schießbetrieb auf den Sportanlagen zugelassen.

- Der Schießbetrieb am Sonntag ist von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr gestattet. Auch hier gilt die Zeit von 13 bis 15 Uhr als Mittagsruhe, in der jegliche sportliche Aktivitäten zu unterlassen sind. Ebenso sind in diesen Ruhezeiten Gespräche, lautes Lachen und Fluchen strikt untersagt. Weiterhin untersagt im Sinne einer angemessenen Abendgestaltung und Nachtruhe ist das Schießen ab 18 Uhr.

Der Deutsche Schützenbund ist mit der Lage bereits vertraut, und hat sich nun vor allem für die Pausenzeiten sowie die Abendgestaltung Gedanken gemacht. In Kooperation mit den 10 größten Brauereien soll unter dem Motto 'Deutsches Brauchtum' ein ausgedehntes Pausenprogramm auf die Beine gestellt werden. Ein sehr viel größeres Problem stellt allerdings der Wettkampfbetrieb dar. Hier werden ab sofort die Kampfrichter die Lautstärke eines jeden Bogen noch vor Wettkampfbeginn messen. Maximal zulässig sind bei Bögen 40 dB. Wird dieser höchstwert vom betreffenden Schützen überschritten, so müsste er die Akkustik seines Sportgerätes durch "...geeignete Maßnahmen..." reduzieren, oder er bekäme für den besagten Wettkampf keine Starterlaubnis.

Wir sind jedenfalls gespannt...

...aber halt nur zu den Schießzeiten ;-D

*) Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der News-Meldung um eine April-Angelegenheit handelt, wir für die Richtigkeit der Meldung keinerlei Gewähr übernehmen, schon gar nicht die Hand dafür ins Feuer legen, erst Recht nicht die eigene ;-)

News in Erfahrung gebracht am 1.April 2018: Holger Hüning (c)
Grafik: Holger Hüning (c)

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