Bogensportclub BB-Berlin e.V. (ehem. Bergmann Borsig Berlin Abt. R+C Bogenschießen)

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Hallen-WM 2009: BB-Damen-Team auf Erfolgskurs
Saturday, 07 March 2009 19:00


Susanne Poßner von Bergmann-Borsig Berlin, Schützin des DSB-Teams für den Kampf um Gold zur Hallen-Weltmeisterschaft 2009 im BogenschießenUnser DSB-Damenteam fährt momentan während der Hallen-Weltmeisterschaft 2009 in Polen absolut auf Erfolgskurs. Denn die Eliminations-Runden sind gut überstanden. Speziell hier bei den Mannschafts-Wettkämpfen zahlt sich nun das perfekt eingespielte Team der Mädels von Bergmann-Borsig Berlin aus. Denn alle drei schießen zusammen mit Lisa Unruh seit Jahren bereits überaus erfolgreich in der Bundesliga.

Ebenso wie in den Einzel-Eliminationen - bei denen sich bereits Karina Winter durchsetzte und am Sonntag um Gold schießt - kommt zu den Mannschafts-Wettkämpfen ein pyramidenförmiges Ausscheidungssystem zum Einsatz, bei dem jeweils eine Paarung von zwei Teams den Sieger untereinander ausschießt. Dieser tritt dann im nachfolgenden Match der nächst höheren Eliminations-Runde an. Entsprechend halbiert sich nach jeder Runde das Teilnehmerfeld. Am Ende bleiben im Semifinale 4 Mannschaften übrig, die in zwei Paarungen die beiden Teilnehmer des WM-Finales für den Kampf um Gold unter sich ausschießen, die Verlierer des Halbfinals schießen hingegen im kleinen Finale um die Bronzemedaille. Für das beginnende 1/8-Finale des Pyramiedensystems gilt, dass der Erstplatzierte gegen den Letzten, der Zweitplatzierte gegen den Vorletzten usw. antritt. Durch eine sehr gute Platzierung nach der Vorrunde wird einem Team eine entsprechende Mannschaft als Gegner zur Seite gestellt, so dass im Bereich der Finalrunden möglichst die besten Teams der Vorrunde aufeinander treffen, die Favoriten sich nicht bereits in den ersten Eliminationsrunden gegenseitig aus dem Rennen katapultieren. Die DSB-Schützinnen des Bundestrainers Martin Frederick legten dadurch bedingt viel Wert auf vordere Platzierungen in der Vorrunde, die bereits zwei Tage vorher ausgetragen wurde. Durch den dort erkämpften hervorragenden 1. Platz nach der Vorrunde von 60 Pfeilen kam es schließlich zu der vorteilhaften Ausgangslage zu Beginn der Eliminations.

Elena Richter (links) und Karina Winter (mitte) von Bergmann-Borsig Berlin, Schützin des DSB-Teams für den Kampf um Gold zur Hallen-Weltmeisterschaft 2009 im Bogenschießen. Ebenso ist Lisa Unruh (links im Bild) fester Bestandteil des Bundesliga-TeamsKarina Winter, Elena Richter und Susanne Poßner hatten ersteinmal im 1/8-Finale ein Freilos. Denn es standen weniger Teams für den Kampf um den Titel an der Linie, 16 Startplätze wären möglich gewesen. Bereits im 1/4-Finale stießen die drei dann auf das polnische Team. Dass es hier beim Bronze-Medaillengewinner von 2005 einen schwer zu schlagenden Gegner zu bezwingen galt war von vornherein klar. Denn Polen stellt zugleich auch den Veranstalter für diese Hallen-Weltmeisterschaft dar, entsprechend angefeuert durch eigene Fans.

Und so kam es dann auch. Berits nach der zweiten Serie - somit Halbzeit - lagen beide Teams gleich auf, der Ergebnisstand nach 12 Pfeilen: 115:115 . Auch die dritte Serie konnte keinen der beiden auf Weltklasseniveau schießenden Teams einen Vorteil verschaffen, 170:170 Ringen zeigte die Ergebnistafel an. Doch nervös zu sein, wäre hier Fehl am Platz. Auch dann nicht, wenn die diesjährig angetretenen DSB-Damen dem deutschen Team der WM 2007 ein würdiger Nachfolger sein wollten. Vor zwei Jahren noch konnten sich die deutschen Schützinnen über ihre WM-Silbermedaille freuen, lediglich das französische Damenteam konnten sie nicht bezwingen. Doch dieses ist ja zur diesjährigen Hallen-WM gar nicht erst angetreten. Damals standen neben Karina Winter auch Anja Hitzler sowie Lisa Unruh (Bergmann-Borsig Berlin) im DSB-Team. Sollte nun vielleicht ein ähnlicher Erfolg möglich sein? Und werden die drei jungen Mädels sich davon womöglich sogar noch motivieren lassen? Oder macht die Erwartungshaltung die Mädels eher nervös?

Doch Nervenstärke, Teamgeist, der vorherig enorm umfangreiche tagtägliche Trainingseinsatz und sehr viel Routine ließen die drei Berliner Schützinnen einen Tick besser als ihr Gegner schießen und die polnische Gastgeber-Mannschaft mit einem Ring Vorsprung schlagen. Ein hauchdünner Sieg von 331:230 ließ die deutschen Sportlerinnen jubeln und in das nachfolgende Halbfinale gegen Russland antreten. Mit ähnlich hohem Leistungsniveau wie zuvor konnte das deutsche Damen-Team auch Russland mit 228:218 deutlich schlagen.

Karina Winter von Bergmann-Borsig Berlin, Schützin des DSB-Teams für den Kampf um Gold zur Hallen-Weltmeisterschaft 2009 im BogenschießenRussland hat am morgigen Sonntag die Chance auf eine Bronze-Medaille zu hoffen. Denn das Team wird im kleinen Finale gegen die Ukraine antreten. Doch auch die ukrainischen Bogenschützinnen werden sich dieser Herausforderungen mit gewohnt hohen Leistungen stellen. Das sie dieses durchaus können, zeigten der Vorrunden-Dritte im 1/4-Finale gegen die USA, dass die Ukraine mit 234:227 mit deutlichem Abstand für sich entscheiden konnte. Auch im Halbfinale wehrten sich die ukrainischen Schützinnen lange Zeit gegen Italien. Am Ende musste nach dem Gleichstand von 227:227 ein Tie-Break die Entscheidung bringen. Bei solch einem Patt schießen alle Schützinnen beider Mannschaften je einen Pfeil, so dass die Ergebnisse beider Serien über Sieg und Niederlage des Matches entscheiden. Italien konnte sich in diesem Tie-Break mit einer 29er Passe gegenüber den von der Ukraine geschossenen 28 Ringen durchsetzten.

Der Gegner für Deutschland im Kampf um Gold heißt also: Italien.

Blickt man zurück auf die Ausscheidungs-Wettkämpfe zur Startberechtigung Ende Januar 2009 im Bundesleistungszentrum Kienbaum, so bestätigen sich die Nominierungen zur WM. Denn dort konnten sich bereits unsere drei Damen gegenüber weiteren Bundeskader-Schützen erfolgreich durchsetzen. Dass sich diese hohen Leistungen, auch die der Bundesliga-Runden und des Finaltages nun in typischer Bergmann-Zusammensetzung auch zu den WM-Titelwettkämpfen zu bestätigen scheint, zeigen die zur Weltmeisterschaft geschossenen Ergebnisse recht eindrucksvoll. Denn Teamgeist zählt gerade hier, oft ebenso hoch einzuschätzen wie hohe Einzelergebnisse, letzteres jedoch möglichst ohne große Schwankungen. Vergleicht man die geschossenen Leistungen in der nationalen Bundesliga, so liegen diese teils deutlich über denen etlicher momentan startender WM-Mannschaften. Die BL in Deutschland kann durchaus zu Recht auf international höchstem Niveau eingestuft werden. Ebenso verdeutlicht dieses hochwertige nationale Ranglisten-Matchsystem, dass die Teilnahme von DSB-Kaderschützen im Bundesliga-System in den verschiedensten Vereinen eine hervorragende Vorbereitung auf den internationalen Wettkampfeinsatz darzustellen scheint.

Vielleicht noch eine Bemerkung beim Vergleich der Damen mit den Herren Olympisch Recurve.

Zwar weisen beide Klassen ähnlich hohe Spitzenleistungen auf, doch liegt in der Herrenklasse auch dieses Jahr das Leistungsniveau der Masse an Schützen deutlich höher als die Ergebnisse im Damenbereich. Auch die Teamleistungen weisen im Gesamten gesehen eher höhere Werte auf. Um bei den Herren-WM Mannschaften mithalten zu können, wären demnach Ergebnisse über einem 230er Schnitt zwingend notwendig, wie ein Blick in die Eliminierungsrunden der diesjährigen WM zeigt. Doch auch hier bräuchten wir uns eigentlich nicht zu verstecken. Denn Ergebnisse von 233er Werten konnten bereits in der deutschen Bundesliga mehrfach durch verschiedene Teams erzielt werden. In der Halle können deutsche Schützen demnach mithalten. International aufzuholen und wieder in der Weltspitze mitzuschießen wäre in der Freiluftsaison mit ihren langen Entfernungen ein noch auszubauendes Ziel. Die Erfolge der Europameisterschaft Freiluft 2008 sind da erstmal nur der Anfang, auch die Erfolge bei Weltcups, die zugegebener Maßen durch das Olympia-Jahr ein wenig untergegangen sind.

Aber es sind nicht nur die Sportler selbst, die alleinig für ihre Leistungen verantwortlich sind. Eher ist es das Umfeld, dass ihnen mögliche Leistungen nachhaltig sichert. Die Art der langfristigen Unterstützung und Förderungen durch die Vereine, durch die Dachorganisationen - auch durch Einsatz bei International renomierten Turnieren wie Nimes und Face2Face - und vor allem das ehrenamtliche Engagement in den eigenen Reihen spielen eine beinahe übergeordnete Rolle für einen geebneten Weg von Sportlern. Erfolg mit System! Oder anders ausgedrückt...

mit System zum Gold Cool

Bericht: Holger Hüning (c)
Fotos: Wolfgang Schwarz (c)
/ Matthieu Coucoulle (c)


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