Bogensportclub BB-Berlin e.V. (ehem. Bergmann Borsig Berlin Abt. R+C Bogenschießen)

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Elena Richter gewinnt das Face 2 Face - Turnier
Sonntag, den 07. Dezember 2008 um 20:25 Uhr

Logo Face 2 Face 2008Absolut genial! Denn unsere Elli heute mal nicht wie üblich in unserem BB-Bundesliga-Team schießend, dafür aber gewinnt sie in der Recurve-Damenklasse das Face2Face Turnier 2008, dass vom 5. bis zum 7. Dezember 2008 in Amsterdam (Niederlande) ausgetragen wurde.

Dieses absolut hochkarätig aus National- und pro-Teams besetzte Turnier, gesponsort mit Preisgeldern unter anderem von Hoyt sowie von Easton wird in einem besonderen Modus ausgetragen. Geschossen wird an insgesamt 3 Tagen, wobei in mehreren Vorrunden die Schützen einer Klasse in Gruppen zu je 6 Startern eingeteilt werden. Dort muss jeder einmal gegen jeden für 4 Serien antreten. Für jedes gewonnene Match gibt es 2 Punkte, bei Unentschieden 1 und für Verloren null.

Nach jeder Vorrunden halbiert sich das Teilnehmerfeld, so dass zum Semifinale nur noch 4 Schützen einer Klasse übrigbleiben, diese sich den Einzug in das Finale der letzten zwei ausschießen.

Für Elena Richter galt es in der ersten der insgesamt 3 Vorrunden 5 Schützen zu bezwingen und dabei möglichst gut auszusehen, nein, sagen wir besser möglichst viele Punkte zu sammeln. Glänzend ihre Serien, denn ihren Gegnerinnen ließ sie dabei kaum eine Chance: Nacheinander besiegte sie Anneli Preimann (Estland) mit 114:113, Coby Hurkmans (Niederlande) mit 115:112, Malgorzata Cwienczek (Polen) mit 116:105, José Vogels (Niederlande) mit 115:112 und zum Schluss dieser Vorrunde Carrie Wegh (Niederlande) mit 116:111. Nach dieser Vorrunde führte sie das Feld ihrer Gruppe mit 10 Punkten an, hatte dabei mit den 60 geschossenen Pfeilen 576 Ringe hingelegt, Klasse!

Elena Richter, SG Bergmann-Borsig BerlinNach dieser 1. Runde ist das Teilnehmerfeld auf 24 Schützen pro Klasse reduziert. Auch in der nachfolgenden Partie treten in der jeweiligen Klasse wiederum Gruppen zu je 6 Teilnehmer an, auch dort innerhalb der Gruppe heißt es erneut jeder gegen jeden. In der Damenklasse stehen nun nur noch 24 Starterinnen an der Linie. Diesmal sahen die Begegnungen wie folgt aus: gegen Sarah de Maeyer (Belgien) 116:114, Maud Custers (Niederlande) 114:115, Laure de Matos (Frankreich) 117:112, Anneli Preimann (Estland) 119:110 und gegen Malgorzata Cwienczek (Polen) 112:118. Elli hatte dabei dreimal gewonnen, daher 6 Punkte, insgesamt kam sie bei ihren 60 Pfeilen nun bereits auf 578 Ringe.

Die letzte der Vorrunden sollte nun das Teilnehmerfeld in der Damenklasse auf gerade mal 12 Schützinnen reduzieren. Auch hier wurden wiederum die Schützen in Gruppen zu je 6 Kontrahentinnen eingeteilt. Ihr wisst was nun kommt? Genau! Auch dort jeder gegen jeden.

OK, hier wieder die Match-Resultate: gegen Jutta Pepperl (Deutschland) 118:113, Melina Toussaint (Frankreich) 115:111, Iwona Marcinkiewicz (Polen) 114:103, Coby Hurkmans (Diederlande) 116:114 und gegen Maud Custers (Niederlande) 116:112. Grandios! 5 Siege macht 10 Punkte, während ihrer Matche hatte unsere Elli 579 geschossen, sich demnach in Ringen kontinuierlich gesteigert. Rechnet man nach, so wäre dies ein Schnitt von 289 Ringen auf 30 Pfeile, dies 6 Mal hintereinander!

Nun kommen wir endlich zu den Finals, genauer gesagt den Semi-Finals. Aus den vorherigen 12 Teilnehmern in den Gruppen A und B tritt nun der Gewinner der Gruppe A gegen den Zweitplatzierten der Gruppe B, ebenso der Gewinner der Gruppe B gegen den Zweitplatzierten der Gruppe A an.

Der Modus dieser Art Final-Matches ist dabei für die Schützen besonders nervenaufreibend, kleinste Fehler haben größte Auswirkungen. Denn es wird nach jeder Serie direkt abgerechnet, ein Punkt für den Gewinner, und null Punkte für den Verlierer der Serie. Ein Unentschieden gibt es nicht, denn bei Ringgleichheit nach drei Pfeilen wird sofort ein Stechen geschossen. Gewinner dieses Matches ist, wer als erster 4 Punkte auf seinem Konto hat.

Für Elena gilt es nun also gegen Carrie Wegh (Niederlande) zu bestehen. Diese konnte sie ja bereits in ihrer ersten Vorrundengruppe bezwingen. Nun werden die Karten jedoch neu gemischt, beide Kontrahentinnen sind absolut ebenbürtig, haben dies durch ihren Einzug ins Semifinale zu genüge unter Beweis gestellt.

Elena Richter, SG Bergmann-Borsig BerlinErste Serie, Elli gewinnt mit 30:29, somit der erste Punkt. Zweite Serie, beide 29, jedoch setzt sich Elena im Stechen durch. Dritte Serie, diesmal gewinnt Carrie mit 30:29. Aber noch führt ja Elli mit 2:1. Vierte Serie, wieder beide 29 Ringe, doch auch hier setzt sich Elena Richter im Stechen mit einer 10 gegenüber der von Carrie geschossenen 9 durch. 3:1! Doch dann schießen beide Schützinnen je eine 30er, Carrie nockt Elena im Stechen aus. Ein glattes X von Carrie, gegen eine 10 von Elena, nun also nur noch 3:2! Danach nur eine 28 für Elena, Carrie schießt weiterhin ihre 30er und setzt damit einen Gleichstand von 3:3 her. Die nächste Serie entscheidet. Wie würde Sebastian Rohrberg sagen, der sie am Finaltag gecoached hatte? Passt schon. Denn Elena Richter schießt sich mit einer 29 ins Finale, Carrie kann hier lediglich mit 28 gegenhalten. 4:3 heißt es am Ende der Partie und Elena zieht verdient in das Finale dieses Face 2 Face Turniere ein.

Im zweiten Semifinale der beiden anderen Kontrahentinnen ging die Sache deutlich schneller. Denn Justyna Mospinek (Polen) gewann ab der ersten Serie vier aufeinander folgende Passen gegen Melina Toussaint (Frankreich), zieht mit 4:0 verdient ins Finale.

Nun also das Finale, Elena Richter gegen Justyna Mospinek. Rein theoretisch könnten durch das Reglement der 4 Siegpunkte maximal 7 Serien geschossen werden. Aber auch ein Sieg innerhalb von nur 4 Serien wäre möglich.

Beide legen mächtig beeindruckende 30 Ringe in ihrer ersten Serie hin. Es werden neue Spots aufgehangen. Nun soll also ein Stechen entscheiden, wer den Punkt bekommt. Justyna schießt eine 10, nein es könnte auch eine 9 sein, Elena schießt ein absolut sauberes X. Die Kampfrichterin gibt Elena den Sieg. Auch die zweite Serie mit 30:29 geht an die DSB-Schützin, 2:1. In der dritten Serie arbeitet sich Justyna mit einer 29:28 heran, verkürzt auf 2:1. Doch durch eine völlig verkorkste vierte Passe Justynas kann Ellena ihren Abstand ausbauen, 30:26, es steht 3:1. Beinahe gewonnen? Nein, absolut nicht. Denn Justyna kontert noch einmal, 29:29 für beide, Sebastian Rohrberg direkt hinter ihr coacht die DSB-Schützin noch mal. Beide schießen links tief, 10 oder 9? Offenbar war die Polin einige Millimeter näher dran. Nun nur noch 3:2. Die letzte Serie entscheidet Elena jedoch für sich, schießt 29:28 und gewint mit 4:2 Punkten dieses international besetzte Turnier für sich.

Im Kampf um Bronze setzt sich Carrie Wegh gegen Melina Toussaint mit 4:2 durch.

Einen Gruß und damit verbunden auch unsere Glückwünsche möchten wir an dieser Stelle auch an unsere Nachbarn aus Österreich richten, denn Petra Friedl in der Klasse Damen-Compound hatte Bronze gewonnen.

Entsprechend der Ausschreibung ist dies übrigens ein Preisgeld-Turnier, bei dem insgesamt 30.800 $ ausgeschüttet werden. So verteilen sich die Gelder, gesponsert durch verschiedenste Firmen und Hersteller, aber auch recht unterschiedlich auf die einzelnen Wettkampfklassen, vor allem in Bezug auf das geschossene Bogen- und Pfeilmaterial. Elena Richter kann daher mit 600 € von CAT-Foundation, 500 $ von Easton und 3000 $ von Hoyt rechnen, so hat sich der Sieg für unsere Elli auch finanziell absolut bezahlt gemacht ;-)

Sebastian RohrbergUnd bei den Recurve-Herren? Sebastian Rohrberg, der  Hallenweltmeister 2007 und DSB-Nationalkader hatte wieder einmal glänzend geschossen. Übrigens hatte er selbst bereits 2006 dieses hochkarätige Face2Face-Turnier gewonnen. Damals stand er im Finale gegen den Top-Schützen Michele Frangilli, das er mit 4:2 für sich entschied. Nun aber zurück zur Gegenwart, Face2Face 2008: Die erste Verrunde der 64 Recurve-Herren führte er innerhalb seiner Gruppe mit 8 Punkten und 577 Ringen. Am zweiten Tag dann die nächste Runde, wiederum 64 Teilnehmer und auch hier glatter Gruppensieg mit 10 Punkten und 589 Ringen. Zweite Runde, an dem Tag, jetzt nur noch 24 Teilnehmer, diesmal allerdings mit 8 Punkten und 583 Ringen zweiter in seiner Gruppe. So eingezogen in die Runde der besten 12 kam Sebastian innerhalb der 6er-Gruppe diesmal nur auf 5 Punkte, erreichte dort den vierten Platz, und dies trotz der 583 Ringe. Offenbar war das letzte Match gegen den späteren Silbermedaillen-Gewinner Pascal van der Veeken (Niederlande) die Ursache. Denn dieser entschied die Runde mit 116:114 für sich, 114 Ringe, bei denen Sebastian in den vorherigen Matches mehr gezeigt hatte. Genau diese Runde brachte auch die Entscheidung, wer ins Semifinale einzieht. Der Sieg dieses Matches katapultierte Pascal van der Veeken direkt dorthin. Für Sebastian bedeutete der Verlust dieser beiden Punkte das aus, der Einzug in das Semifinale der besten 4 blieb ihm nun verwährt, ja leider.

Wer die Semi-Finals und Finals auch im Nachhinein genießen möchte, auf der Seite www.Face2Face-archery.org werden diese als Streams angeboten, auch das Finale von Elena ist selbstverständlich dabei, teils sogar in deutsch kommentiert.

Bericht: Holger Hüning (c)
Fotos: Wolfgang Schwarz (c)

 

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